Vorsorge – eine Notwendigkeit

Für den Ernstfall sollten Sie rechtlich gut abgesichert sein.

Auch wenn es wohl niemand gern hört, jeder kann unabhängig vom Alter jederzeit plötzlich in eine Lage geraten, in der er oder sie nicht mehr fähig ist, selbstständig eigene Entscheidungen zu fällen. Der Umstand, verheiratet zu sein, genügt in dem Fall zur rechtlichen Vertretung des betroffenen Partners nicht. Eine Vollmacht oder eine Entscheidung eines Betreuungsgerichts ist dann notwendig. Zwar ist es mittlerweile üblich, dem Ehepartner eine Vollmacht gegenüber Banken und Versicherungen zu erteilen, Vollmachten in persönlichen Angelegenheiten, wie der Sorge um die Gesundheit, werden aber eher selten erteilt. Weitreichendere Möglichkeiten zur Vorsorge geben drei wichtige Instrumente: die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung.

Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht ernennt eine Person jemanden von ihm Gewählten zu seinem Vertreter, der dann tätig werden soll, wenn der Betroffene selbst seine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann. Diese bevollmächtigte Person trifft dann im Rahmen der ihm übertragenen Befugnisse notwendige Entscheidungen. Welche dies sind, kann dabei jeder selbst bestimmen. Im Text der Vorsorgevollmacht sollte deshalb so ausführlich wie möglich beschrieben werden, bei welchen Angelegenheiten der Bevollmächtigte den Betroffenen vertreten darf.

Betreuungsverfügung

Liegt keine Vorsorgevollmacht vor oder greift diese nicht, wird eine (gesetzliche) Betreuung vom Gericht angeordnet, sobald eine Person nicht mehr in der Lage ist, ihre Geschäfte selbst zu führen. Ein Betreuungsverfahren können Ärzte, Soziale Dienste, Bekannte oder Verwandte veranlassen. Die Betreuung kann dabei auch nur für Teilbereiche angeordnet werden, wie ärztliche Sorge oder Vermögenssorge. Zum Betreuer wird eine Person aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis des Betreuten ernannt oder ein sogenannter Berufsbetreuer. Eine Betreuungsverfügung zu hinterlegen ist auch ratsam, wenn man eine Vorsorgevollmacht erteilt hat.
Sie ist eine nützliche Absicherung, falls in der Vorsorgevollmacht nicht alles bedacht oder vielleicht sogar bewusst ausgenommen wurde. Als Betreuer kann auch der Vorsorge-Bevollmächtigte vorgeschlagen werden, was in der Regel sinnvoll ist.

Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Xander Stecklina ist Gesellschafter der Erfurter Kanzlei Buck & Collegen

Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung kann schließlich geregelt werden, welche ärztlichen Untersuchungen, Behandlungen oder Eingriffe man selbst wünscht oder ablehnt, falls man nicht mehr in der Lage ist, dies mitzuteilen. Bei der Patientenverfügung liegt der Schwerpunkt darauf, welche lebensverlängernden Maßnahmen in einer Situation gewünscht sind, in der der Tod unmittelbar bevorsteht. Eine Patientenverfügung muss immer in schriftlicher Form vorliegen – computer- oder handgeschrieben. Das Dokument muss neben der Unterschrift den Namen und ein Datum enthalten. Nicht zwingend vorgeschrieben, aber hilfreich ist, wenn ein Zeuge zudem mit einer Unterschrift bestätigt, dass der Betroffene zum Zeitpunkt des Verfassens im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war. So verhindert man, dass die Aussagen in der Patientenverfügung angezweifelt werden.

Beratungsmöglichkeiten

Rechtsanwälte, Notare und Beratungsstellen informieren Sie zu den Themen individuell und können auf Wunsch maßgeschneiderte Vorsorgevollmachten und/ oder Patientenverfügungen erstellen.