Die Fernwärme kommt

Im Zuge der Sanierung des Hauptmarktes erschließen die Stadtwerke Gotha das Areal für die Fernwärmeversorgung.

Ab Herbst 2019 ist die umfassende Rekonstruktion des Gothaer Hauptmarktes geplant. Schwerpunkt des Projektes ist die Neugestaltung des Pflasters, das im Laufe der vergangenen Jahrzehnte krumm und bucklig geworden ist. Dafür werden sowohl neue Steine als auch ein guter Teil der historischen Pflastersteine verwendet. Im Zuge der Erneuerung sollen gleich alle möglichen Versorgungsleitungen unter dem Markt ersetzt werden, damit das Pflaster nicht bei der nächsten Gelegenheit wieder aufgerissen werden muss. Es kommen auch neue Rohre dazu, nämlich eine Fernwärmeleitung, die vom Heizkraftwerk Gotha West gespeist wird.
Der Hauptmarkt gehört zum Fernwärmesatzungsgebiet. Ein langes Wort. Es bedeutet, dass hier die Fernwärme als Wärmemedium Vorrang hat. Für die Hauseigentümer heißt das konkret, dass sie alle einen Fernwärmeanschluss bekommen. „Wir haben bereits im Vorfeld alle betreffenden Personen in persönlichen Gesprächen darüber informiert. Zudem waren wir als Stadtwerke Gotha bei zwei Anwohnerversammlungen vertreten und haben das Fernwärmeprojekt vorgestellt“, erklärt Udo Weingart, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken.

Entgegenkommen der Stadtwerke

Die Fernwärmesatzung in Gotha trat 2009 in Kraft und ist für insgesamt 15 Jahre festgeschrieben. Demnach muss ab 2024 jeder Bewohner bzw. Hauseigentümer im Fernwärmesatzungsgebiet an die Fernwärme angeschlossen sein oder anderweitig emissionslos heizen, also mit erneuerbaren Energien. Da die Häuser am Hauptmarkt oft denkmalgeschützt sind oder die ­Dächer eine Ost-West-Ausrichtung haben, sind diese für Solarthermie-Lösungen nicht geeignet. Bei allen Gebäuden, die an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Gotha angeschlossen werden, wird der Gasanschluss dann nicht saniert. „Wir kommen den Hausbesitzern bei den Anschlusskosten an die Fernwärme entgegen“, erklärt Udo Weingart.