Die Möve fliegt wieder

Radlern das Treten zu erleichtern, ist seit über 100 Jahren dasZiel von Tüftlern auf der ganzen Welt. Möve Bikes ist dieses Kunststück gelungen.

Seit im 19. Jahrhundert das Fahrrad seinenHöhenflug begann, arbeiten Entwickler inder ganzen Welt daran, die Kraftumsetzungbeim Radeln zu verbessern. Der neuentwickelte Cyfly-Antrieb der Firma MöveBikes aus Mühlhausen könnte das Radfahrennun revolutionieren: Ein bahnbrechendesneues mechanisches Prinzip erhöhtdie Effizienz des Antriebs um durchschnittlich50 Prozent.

Eigentlich werden von der Möve equipment& design GmbH seit der Gründung2011 unter anderem Sondermaschinenund Vorrichtungen für die Industrie geplantund konstruiert – von schwimmendenUmspannplattformen für Offshore-Windparks bis hin zu Wartungsanlagenfür Gasturbinen. Bei einem Besuchin den Büroräumen der Möve Group imHerzen der Mühlhäuser Altstadt wird jedochschnell klar, dass das Fahrrad einebesondere Rolle spielt: Neben Bildern derMitarbeiter beim Radeln hängt an derWand auch ein altes Fahrrad der MühlhäuserTraditionsfirma „Möve“, die 1961ihre Werkstore schließen musste.

Neues Kapitel für Möve

„Die Fahrradtradition aus Mühlhausenfand ich schon immer äußerst spannend.Ich habe alle mit diesem Virus angesteckt“,erklärt Geschäftsführer TobiasSpröte. „Bis in die 60er Jahre wurden dieFahrräder komplett hier produziert. Esgab 5.000 Mitarbeiter.“ 1961 wurde aufBeschluss der DDR-Regierung die Fahrradproduktiondes VEB Möve-Werkes abgebautund dem MIFA-Werk in Sangerhausen zugeschlagen. Damit war die Geschichtedes Mühlhäuser Fahrradbauseigentlich beendet. Zumindest bis heute:Denn die Erfindung, die hier entwickeltwird, schlägt ein neues Kapitel in derFahrradhistorie der Stadt auf. Ursprünglichsollte in Mühlhausen unter dem NamenMöve zunächst nur ein Retro-E-Bikeim Stil der alten Räder gebaut werden. EinErfinder bot den traditionsbewussten Entwicklerneines Tages jedoch seine Grundideezur Optimierung der Tretkurbel an.Das Team um Spröte war Feuer und Flamme.Im November 2014 entstand nachfast zweijähriger Entwicklungszeit schließlichMöve Bikes – und der erste patentiertePrototyp von Cyfly.

Eine Frage des Tretens

Grundsätzlich hat sich das physikalischePrinzip des Fahrrads in den vergangenen140 Jahren nicht geändert: Etwa 30 Prozentbeträgt die Effizienz beim Treteneines Durchschnitts-Radfahrers, die meisteEnergie geht ungenutzt im Tretlagerverloren. Cyfly erhöht diesen Wert umenorme50 Prozent. Knackpunkt der Ideeist ein kleines Zahnrad, das sich mit demPedal und dem Gehäuse um die eigeneAchse dreht. Es nimmt einen Teil der Kraftauf, die normalerweise verpufft, und leitetsie weiter. „Das Ganze wirkt im erstenMoment trivial, ist aber sehr komplex“,sagt Spröte. Vertriebsmanager DominikBurre ergänzt: „Da beim Treten statt einerKreisbahn eine Ellipse beschrieben wird,ist das Fahren zunächst leicht anders.“Nach einigen Minuten der Eingewöhnungspüre man davon jedoch nichts mehr.

Mehr Reichweite für E-Bikes

Sogar für E-Bikes bietet Cyfly neue Perspektiven:Durch die höhere Effizienzkönnten die Räder mit deutlich kleinerenAkkus auskommen. Zudem ließe sich dieReichweite drastisch steigern und nochleistungsstärkereModelle wären denkbar.Mit ihrer Idee belegten die Tüftlervon Möve unter anderem unangefochtenden ersten Platz beim Gründerwettbewerb„Thüringer Elevator Pitch“. Dankder Hilfe von Investoren ist die Entwicklungbereits bis zur Marktreife finanziert.Wenn alles nach Plan läuft, könnendie ersten Räder in 24 Monatenvom Band laufen. „Wir werden uns zunächstauf den Premium-Bike-Marktkonzentrieren“, sagt Burre. Danach istalles offen – von der Kooperation mitden großen Markenherstellern bis zu Lizenzproduktionen.Spätestens danndürfte „Möve aus Mühlhausen“ wiederzu einem festen Begriff in der modernenFahrradwelt werden.


Alle Impressionen unseres Besuchs im Möve-Werk finden Sie in unserer Bildergalerie:

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

(Für eine größere Ansicht bitte auf die Bilder klicken)


Radeln unter Strom

Für ein Plus an Kraft beim Radeln sorgtimmer öfter auch ein Elektromotor.Wer Lust hat, das Zweiradfahren unterStrom einfach mal zu testen, hat beiden Stadtwerken Gotha beste Chancen.Sowohl im Hauptgebäude in derPfullendorfer Straße 83 als auch in derServicestelle im Neuen Rathaus stehendie Stromer der Stadtwerke für Kundendes Unternehmens kostenloszumVerleih. An der Ladestation vor demNeuen Rathaus gibt‘s den nötigen Saftzum Radeln.