Geysire

Die heißen Fontänen kennen wir alle, aber wie funktionieren sie eigentlich? Wir informieren Sie über die Naturphänomene.

Geysire sind heiße Quellen, die Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne ausstoßen. Damit das Naturspektakel funktioniert, brauchen Geysire immer eine Wärmequelle, ein Grundwasser-Reservoir und einen Kanal nach oben. Stimmen Länge und Durchmesser des Kanals, funktioniert ein Geysir folgendermaßen: Magma erhitzt das Grundwasser, der hohe Druck am unteren Ende der Wassersäule in der Röhre verhindert das Sieden des Wassers, denn je größer der Druck, umso höher die Siedetemperatur. Irgendwann steigen einige Dampfblasen auf, die einen Teil des Wassers nach oben verdrängen. Dies führt in der Röhre zu einem kleineren Druck. So entstehen immer mehr Blasen. Der Prozess beschleunigt sich, der Druck sinkt blitzschnell ab und das Wasser beginnt schlagartig zu sieden. Es verwandelt sich in Dampf und heraus schießt eine riesige Fontäne.Mittlerweile planen Unternehmen, Geysire im Meer anzuzapfen. Sie wollen eine Art Trichter über die sogenannten „schwarzen Raucher“ stülpen und das heiße Wasser durch ein langes Rohrsystem bis zu schwimmenden Plattformen leiten. Dort wird aus Wasserdampf Strom erzeugt, der über Seekabel an Land transportiert werden soll.

Geysire

Das Wort Geysire stammt vom isländischen „geysa“, was so viel wie „wild strömen“ heißt. Namensgeber ist der „Große Geysir“ in Island. Er hat einen Durchmesser von 14 Metern und brach nach historischen Berichten 1294 zum ersten Mal aus. Es gibt aktive und inaktive, düsen- oder fontänenartige sowie „falsche Geysire“.

Vorkommen

Die Zahl der aktiven Geysire schwankt sehr stark, da die heißen Quellen sehr schnell inaktiv werden können. Das größte Vorkommen ist im amerikanischen Yellowstone Nationalpark zu verzeichnen: Hier befinden sich über 300 aktive Geysire. Auf Island selbst, der Insel der Gletscher und Geysire, zählt man heute nur noch 26 aktive. Vereinzelt kommen die heißen Quellen unter anderem auch in Zentralasien, Neuseeland, der russischen Halbinsel Kamtschatka und Japan vor.

Geysir Andernach

Er ist der höchste Kaltwassergeysir der Erde und gehört zu den „falschen Geysiren“. Hier wird der Druck, mit dem das Wasser aus dem Eruptionskanal getrieben wird, nicht wie bei „echten Geysiren“ durch Wasserdampf, sondern durch ausperlendes Kohlendioxid erzeugt. Geysir Andernach befindet sich auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach. Seine Eruptionsdauer beträgt etwa acht Minuten bei einer Auswurfhöhe zwischen 50 und 60 Metern.

Seit 160 Jahren

werden Geysire in allen Formen erforscht. Noch immer können Wissenschaftler nicht ganz genau erklären, wie es zu diesen Fontänen kommt und welche Bedingungen dafür notwendig sind.

Steamboat

heißt der weltweit größte aktive Geysir, dessen Ausbrüche über 100 Meter hoch steigen und bis zu 40 Minuten andauern können. Er befindet sich im Yellowstone Nationalpark, USA, auf einer Höhe von 2.303 Metern.

Memotschutän

Memotschutän ist der höchstgelegene Geysir der Welt. Er befindet sich in Tibet, Zentralasien, fünf Kilometer über dem Meeresspiegel.

Eruptionen

Es gibt regelmäßig und unregelmäßig ausbrechende Geysire. Die Ruheperioden schwanken zwischen einigen Minuten und mehreren Monaten.

Fontänen- oder düsenartig

Fontänenartige Geysire spritzen Wasser in verschiedene Richtungen, während düsenartige Geysire einen schmalen Wasserstrahl produzieren. Einige Geysire spritzen ihr Wasser nur wenige Zentimeter in die Luft, während andere 100 Meter hohe Fontänen erzeugen.