Sanfter Tourismus für Prima Klima

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen: Wer privat oder geschäftlich
reist, verursacht dabei einen hohen Kohlendioxidausstoß. Klimaneutrale
Konzepte für Reisen helfen.

Obwohl häufig beschworen, ist umweltfreundliches
Reisen von einem Boom leider
meilenweit entfernt. Nur sechs Prozent
der Deutschen haben schon einmal
eine nachhaltige Reise gebucht – und nur
jeder Zweite kennt das Prinzip überhaupt.
Dabei ist ein umweltfreundlicher Urlaub
ganz einfach. Er beginnt schon lange vor
der eigentlichen Reise bei der Wahl des
Urlaubsortes und des Transportmittels.
Am höchsten sind nämlich die Kohlendioxidemissionen
(CO2) bei Langstreckenflügen.
An- und Abreise, Unterkunft und
Verpflegung sowie Aktivitäten und Ausflüge
vor Ort – ganz gleich, ob man seinen Urlaub pauschal beim Veranstalter
bucht oder sich die einzelnen Bestandteile
per Literatur, Reisebüro oder Internet
selbst zusammensucht: Jeder Aspekt
wirkt sich auf die gesamte Umwelt- und
Klimabilanz des Urlaubs aus.

Mit den folgenden Tipps lässt sich ein besonders
„grüner“ Urlaub planen: Die Anreise
sollte kurz sein und, wenn möglich,
mit Bus oder Bahn erfolgen. Vor Ort erkundet
man die Region emissionsfrei
schlicht per Rad oder zu Fuß. Auch alle
Wassersportarten, die ohne Verbrennungsmotor
auskommen, sind empfehlenswert.
Wer bei der Wahl seiner Unterkunft
zudem auf Energiesparmaßnahmen,
Ökosiegel und auf Bio- beziehungsweise
regionale oder auch vegetarische Küche
achtet, der macht garantiert alles richtig.

Kompensation als Lösung

Im Winter ist das „Zeulenrodaer Meer“ oft von einer Eisschicht bedeckt.

Soll es dennoch eine Flugreise sein? Immer
mehr Touristik-Anbieter werben mit
klimafreundlichen Flügen. Wenn Sie eine
Flugreise unternehmen, können Sie die
dabei verursachten CO2-Emissionen finanziell
ausgleichen. Mit dem Geld werden
Umweltprojekte in der Zielregion gefördert,
die CO2 einsparen. Auch das Thüringer
Institut
für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) in Jena befasst sich intensiv
mit der Reduzierung von Treibhausgasen.
Ein Teil seiner Tätigkeit ist es, Veranstalter
von Tagungen und Konferenzen, Sportereignissen,
Ausstellungen und Messen sowie
von Konzerten darüber zu beraten,
wie sich diese Events möglichst klimaneutral
durchführen lassen. Sobald Veranstalter
genau definierte Kriterien erfüllen, erhalten
sie das begehrte Siegel „Veranstaltung
klimaneutral.“


Grün vor Ort:
Besonders klimabewusst auf
die Straße geht‘s mit dem
Segway. Der einachsige
Stromer eignet sich hervorragend
für eine kleine Stadttour.
Gefahren wird im
Stehen – gelenkt, beschleunigt
und gebremst durch
Gewichtsverlagerung. Wer
sich als balancesicherer
Lenker versuchen möchte,
kann das in Apolda bei einer
Rundfahrt durch die Promenade
oder einer Brunnenrundfahrt
mit dem Anbieter
Seggy-Tours Laube tun:

Telefon: 036461 20412

E-Mail: laube-sylvia@web.de

www.seggy-tours-laube.de

Gefördert wird das flüsterleise
Segwayfahren in Apolda
übrigens durch ein jährliches
Sponsoring der EVA.


(Öko-)Haus am See

Wenn es um klimaneutralen Urlaub oder
grüne Tagungen geht, ist das Bio-Seehotel
Zeulenroda übrigens einer der Vorreiter
in der Branche. Als erstes Hotel in
Deutschland erhielt es am 19. September
2012 die renommierte Auszeichnung
zu den GREEN BRANDS Germany.

Die Redaktion von „Gute Bekannte“ heftete
sich an die Fersen der Zeulenrodaer
Schülerin Valeria Petkau, die ein Praktikum
im Bio-Seehotel Zeulenroda absolvierte,
um herauszufinden, was hier alles
für den Umwelt- und Klimaschutz getan
wird. Und das ist eine Menge: So bezieht
das gastliche Haus ausschließlich Strom
aus Wasserkraft und neutralisiert seine
CO2-Emissionen in mehreren Ausgleichsprojekten
in aller Welt. Die in den Restaurants
zubereiteten Speisen gibt es zu 100 Prozent in zertifizierter Bio-Qualität,
die Getränke sind zu 80 Prozent bio. Ein
großer Teil der Lebensmittel- und Wareneinkäufe
wird bei Lieferanten aus der Region
getätigt, um weite Transportwege zu
vermeiden.

Die Idee einer Insel

Viele dieser Maßnahmen – wie die Verwendung
biologisch abbaubarer Reinigungs-
und Waschmittel – bleiben unsichtbar
für den Gast im Hintergrund.
Anderes präsentiert sich auf den ersten
Blick – zum Beispiel, dass alle Hotelzimmer
mit naturbelassenen Holzfußböden
ausgestattet sind. Zur Erkundung der Umgebung
kann man Fahrräder und im Sommer
sogar zwei elektrisch betriebene Segways
ausleihen. Die Talsperre Zeulenroda,
liebevoll das „Zeulenrodaer Meer“ genannt,
liegt zu Füßen des Hotels und darf
„sanft“ befahren werden. Lautstarke Motorboote
sucht man hier vergebens. Dafür
hält das Hotel Tret- und Ruderboote bereit
sowie eine schwimmende, mobile
Grillinsel.
Dieses Gefährt schippert mittels
Elektromotor und in Batterien gespeichertem
Ökostrom übers „Meer“.

www.think-klimaneutral.de

www.bio-seehotel-zeulenroda.de