Deutschland erfüllt Klimaschutzauftrag

Die Bundesrepublik hat die im Kyoto-Protokoll festgelegten Werte zur Reduktion von Treibhausgasen erfüllt – zuletzt jedoch halbherzig. Umweltministerin Hendricks verspricht mehr Einsatz.

Deutschland hat sein im Kyoto-Protokoll vorgegebenes Ziel zur Minderung der Treibhausgasemissionen eingehalten und sogar übererfüllt. Dies ist das Fazit eines vom Umweltbundesamt (UBA) erstellten Berichts, den Bundesumweltministerium und UBA jetzt an die Europäische Kommission übermittelt haben.

Nach den jetzt vorgelegten offiziellen Emissionsdaten für das Jahr 2012 lagen die klimaschädlichen Emissionen zuletzt 24,7 Prozent unter dem Niveau von 1990, dem internationalen Basisjahr. Die aktuellen Zahlen umfassen erstmals die gesamte erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, den Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012. Deutschland hatte sich zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 21 Prozent in diesem Zeitraum verpflichtet, erreicht wurde eine Minderung um 23,6 Prozent. Zum Vergleich: Innerhalb der gesamten EU sind die Emissionen im selben Zeitraum nur um etwa 19 Prozent gesunken.

Hendricks stellt weitere Anstrengungen in Aussicht

Die erfolgreiche Umsetzung unserer Kyoto-Verpflichtung ist ein wichtiger Meilenstein im Klimaschutz“, lobte Bundesumweltministerin Hendricks (SPD) die Ergebnisse. Jetzt müssen wir den Blick fest auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel einer Minderung der Treibhausgas-Emissionen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020 richten. Dafür haben wir zwar bereits mit dem Lösen der Blockade im europäischen Emissionshandel ein erstes Zeichen gesetzt. Wir müssen aber auch weitergehen und in allen Sektoren ansetzen, bei Energieeffizienz, Gebäudesanierung, Verkehr und auch mit weiteren Reformen beim Emissionshandel, so Hendricks weiter.

Infografik:

Infografik: Entwicklung der Treibhausgasemissionen. Quelle: Umweltbundesamt (Zum Vergrößern der Grafik bitte anklicken)

In den letzten beiden Jahren geschludert

Gegenüber dem Vorjahr 2011 nahmen die Emissionen im Berichtsjahr 2012 allerdings um rund 11 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu. Das ist eine Steigerung um 1,1 Prozent. Für das Jahr 2013 ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Der leichte Anstieg lässt sich darauf zurückführen, dass mehr fossile Brennstoffe eingesetzt wurden. Witterungsbedingt stieg zudem der Bedarf an Heizenergie.

Weiterhin wirken sich die derzeit geringen Minderungsanforderung des europäischen Emissionshandels aus: Die Kohlendioxid-Emissionen von Unternehmen der Industrie und Energiewirtschaft konnten seit dem Jahr 2005 insgesamt lediglich um knapp fünf Prozent gemindert werden.

Die Entwicklung der letzten beiden Jahre bereitet der Umweltministerin Sorge. Wir müssen im Klimaschutz wieder ehrgeiziger werden und die negative Tendenz der letzten beiden Jahre wieder umkehren. Denn wir haben uns in der Koalition in Sachen Klimaschutz viel vorgenommen.